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In: Umwelt
16 Jun 2009Dem Nationalpark Donau-Auen bei Wien, einem der größten, weitgehend intakten Auen-Gebiete in Mitteleuropa, droht erneutes Unheil.
Nachdem die Auen bereits in den 1980er Jahren erst in buchstäblich letzter Sekunde durch massive Bürgerproteste vor dem Bau eines geplanten Wasserkraftwerks – das die Auen komplett zerstört hätte – gerettet werden konnten, sorgt nun der Ausbau der Lobau-Autobahn für neuerliche Gefahr.
Die Wiener Außenring Schnellstraße S1, die seither die Süd Autobahn A2 und die Wiener Außenring Autobahn A21 (vom Knoten Vösendorf) mit der Ost Autobahn A4 (beim Knoten Schwechat) verbindet, soll nämlich nun über die Lobau hinweg zur geplanten Nordautobahn A5 und weiter zur A22 nördlich von Wien ausgebaut werden.
Das Problem hierbei ist, dass die geplante Streckenführung mitten durch den Nationalpark Donau-Auen mit seinen rund 700 Pflanzen-, 100 Vogel-, 60 Fisch-, 30 Säugetier-, 13 Amphibien- und 8 Reptilienarten hindurchgeht.
Zwar wird nach einem Beschluss von 2005 die geplante Trasse durch einen 8 km langen zweiröhrigen Tunnel 50 m unter der Oberfläche verlaufen, allerdings werden die Entlüftungen für den Tunnel voraussichtlich direkt ins Naturschutzgebiet geführt, was selbstredend eine enorme Belastung für die dortige Tier- und Pflanzenwelt darstellt. Es besteht zwar die Möglichkeit, die Entlüftungen am Ende des Tunnels zu bauen, damit könnten jedoch sicherheitstechnische Standards nicht mehr eingehalten werden, denn im Falle eines Unfalls oder Brandes im Tunnel würde eine solche Entlüftung nicht ausreichen.
Außerdem sind die Schädigungen des für die Donau-Auen wichtigen, hochsensiblen Grundwasser-Systems durch den Bau eines solchen Tunnels überhaupt nicht absehbar.
Erfreulicherweise gibt es immer wieder Bürgerinitiativen gegen den geplanten Ausbau und es bleibt zu hoffen, dass diese doch noch irgendwann Wirkung zeigen werden und sich der gesunde Menschenverstand nochmals gegen wirtschaftliche Interessen durchsetzen kann, damit die Auen weiterhin Bestand haben.
In einer Zeit, in der der schadhafte Einfluss menschlichen Handelns auf unsere Umwelt so offensichtlich ist und demzufolge ein radikales Umdenken erforderlich macht, würde ich mir wünschen, dass diese Erkenntnis mittlerweile auch bei Menschen angekommen ist, die wichtige Entscheidungen zu verantworten haben!